Woran mag es wohl liegen, dass in Engden so ungewöhnlich viele Speicher erhalten geblieben sind! Einder der schönsten ist der Fachwerkspeicher auf dem Hof Gansfort im Ortsteil Drievorden. Ins Denkmalregister ist er gekommen, weil er Seltenheitswert besitzt.
Der zweigeschossige Fachwerkständerbau trägt die Inschrift 1702. Einige der Gefache bestehen aus Lehmflechtwerk, andere aus Ziegelsteinen. Nur mit Mühe ist die Inschrift zu entziffern, an den Eichenbalken hat der Zahn der Zeit genagt. Aber das ist nur der äußere Eindruck. Am 19. Oktober 1983 wurde der Speicher mit Zustimmung der Denkmalbehörde um 100 Meter versetzt. Von seinem alten Standort musste er weichen, als ein neuer Silo gebaut wurde. So hing das komplette Fachwerkskelett am Haken eines 400-Tonnen-Krans. Die fast 300 Jahre alten Eichenbalken machten den Umzug mit, ohne Schaden zu nehmen.
Schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts, so schätzt Josefa Gansfort, ist das zweigeschossige Häuschen nicht mehr als Kornspeicher genutzt worden. Auch heute hat die Landwirtsfamilie eigentlich keine Verwendung für die denkmalgeschützte Rarität. So dient das Häuschen als dekoratives Ambiente für einen Bauernhof, der mit der Zeit gehen musste. Interessierte dürfen nähertreten: Von außen kann der Speicher besichtigt werden.


In der Grafschaft Bentheim stehen noch 14 Fachwerkspeicher, der größte von ihnen ist der am Hof Dobbe in Engden. Ungewöhnlich mutet an, dass dieser Hof als sogenanntes Halberbe überhaupt einen Speicher hatte. Doch dafür gibt es eine hochprozentige Erklärung: Auf dem Hof Dobbe wurde früher Schnaps gebrannt, wahrscheinlich befanden sich die Vorrichtungen dafür sogar im Speicher.
Familienmitglieder wissen noch von einer Schlafbutze zu berichten, die sich früher auf der Südseite im Erdgeschoss befand. Dort soll ein Onkel übernachtet haben, um die Schnapsvorräte besser bewachen zu können. An der Abseite - so wird das heruntergezogene Dach im Südosten bezeichnet - zeugen Schornsteinreste von der gewerblichen Nutzung. Bauhistoriker vermuten, dass in diesem Bereich einstmals die Brennblasen oder Destillen gestanden haben. Der „Spieker“ dürfte nach Stil und handwerklicher Ausführung um 1800 entstanden sein. Das ist zwar kein Aufsehen erregendes Alter für einen Speicher, aber damit fällt ihm eine andere Ehre zu: Er gilt als das älteste erhaltene Gebäude einer bäuerlichen Kornbrennerei in Nordwestdeutschland und ist damit ein bedeutsames Industriedenkmal. Der Speicher gehört der Familie Dobbe, die ihn an die Samtgemeinde Schüttorf verpachtet hat. 1999 wurde er aufwendig restauriert und dem Heimatverein Engden zur Nutzung übergeben. Im Erdgeschoss ist ein kleiner Versammlungsraum entstanden, im Ober- und Dachgeschoss werden Gegenstände des dörflichen Lebens ausgestellt.


Ein ungewöhnlicher Grundriss macht ein Wohnhaus in Engden zum Objekt der Bau- und Kunstgeschichte. Dieser Grundriss kam zustande, weil die Bauern einem aus Osnabrück eingeheirateten Tischler nur die kleine Fläche im spitzen Winkel zwischen zwei Wegen abtreten wollten. Es war der Kirchentischler Bernhard Ahlering, der früher seine Werkstatt in einem Anbau hatte. Um genug Fläche für seine Familie zu schaffen, baute er zweigeschossig.
„Es gibt kein rechteckiges Zimmer, alle sind im Winkel“, erzählt Theresia Ahlering, die 1951 als Schwiegertochter des besagten Tischlers in das Haus an der Emsbürener Straße 21 gezogen ist. Glücklich war sie nie über die „komische Einteilung“, wie sie es nennt. Dazu kommen noch die vielen Fenster, die manche Radwanderer glauben lasse, es handle sich um eine ehemalige Schule.
Das Denkmalkataster vermerkt als Baujahr „um 1900“, wahrscheinlich ist das Gebäude jedoch jünger. Theresia Ahlering weiß zu berichten, dass Ahlerings „Bügeleisen-Haus“ den Ersten Weltkrieg als Rohbau erlebte, doch dann ruhten die Arbeiten bis 1918, weil es kein Material mehr gab.


Sie gehört zwar zu den jüngeren Kirchen der Grafschaft Bentheim, aber über ihre Entstehung ist nur wenig bekannt. Die katholische Kirche St. Antonius Abbas in Engden wurde 1899 als neuromanischer Ziegelbau errichtet. Sie trat an die Stelle einer Kapelle, die offenbar schon im 16. Jahrhundert existierte. Im 30-jährigen Krieg soll sie zerstört und dann wieder aufgebaut worden sein. Die älteste Glocke der Antoniuskirche trägt die Jahreszahl 1481. Auch von der Madonna wird angenommen, dass sie aus dem 15. Jahrhundert stammt.
Obwohl Kirche und Turm in einheitlichem Stil gebaut sind, wird in Engden erzählt, der Turm sei schon 75 Jahre früher errichtet worden. Anlass dieser Irritation ist ein Grundstein mit der Jahreszahl 1824. Fest steht, dass Engden um diese Zeit noch zum Kirchspiel Emsbüren gehörte, aber anstrebte, selbständige Gemeinde zu sein. Offenbar wollten die katholischen Engdener schon einmal Tatsachen schaffen und begannen mit dem Bau eines Kirchturms. Dabei konnten sie noch nicht wissen, wie die spätere Kirche einmal aussehen würde. Ob es am Turmbau zu Engden lag, dass sich die Emsbürener schließlich erweichen ließen, ist nicht bekannt. Aber soviel ist sicher: Engden wurde 1911 selbstständige Kirchengemeinde.