Graf Simon ließ die Südgrenze der Grafschaft Bentheim zu Beginn des 14. Jahrhunderts durch eine umfangreiche Landwehr schützen. Besonderes Kennzeichen dieser vorgelagerten Befestigung waren die stark gesicherten Übergänge. Einer davon ist die Querung der Straße nach Ohne an einer Brücke, die schon seit Jahrhunderten den Namen Mansbrügge trägt. Der Wachturm Mansbrügge in Samern war Bestandteil dieser Verteidigungslinie.
Sein Grundriss ist quadratisch und erinnert an einen Turm der Schüttorfer Stadtbefestigung, seine Mauern haben Schießscharten und bestehen aus Bruchstein, sein Dach ist pyramidenförmig. Der dreigeschossige Wehrturm an der Straße von Schüttorf nach Burgsteinfurt wird im Volksmund Piggetörnken genannt. Heute befindet sich das Piggetörnken in Privatbesitz.
Die erste urkundliche Erwähnung von Mansbrügge ist auf den 3. Februar 1396 datiert. Damals verpachtete Graf Berend zu Bentheim ein Stück Land an einen gewissen „Johann, den Platemaker“. Die jährliche Pacht belief sich auf 4 Schillinge münsterische Pfennige.
Später diente das Verteidigungsbauwerk als Zollturm. Um den Zoll dreht sich eine Anekdote, die sich während der Friedensverhandlungen am Ende des 30-jährigen Krieges ereignet haben soll: Französische Soldaten hatten den Auftrag, ein großes Weinfass nach Münster zu bringen. Sie kamen über Holland und Bentheim nach Suddendorf und sollten am Piggetörnken Brückenzoll bezahlen. Als sich die Franzosen weigerten, kam es zu einem Handgemenge. Irgendjemand nutzte die Gelegenheit und führte den unbewachten Transportwagen in die Stadt. So gab es in Schüttorf – schon bevor der Westfälische Friede ausgerufen wurde – eine fulminante Friedenssause.



